„Zwischen Algenfarm, Heide und Orchideenpracht – eine Woche voller Entdeckungen“ vom 17.–24. August 2025
Im Rahmen unseres diesjährigen deutsch-französischen Imkeraustausches erlebten wir eine abwechslungsreiche und eindrucksreiche Woche, die uns nicht nur fachlich, sondern auch kulturell und geschichtlich bereichert hat.
Am ersten Tag führte uns die Reise nach Klötze in der Altmark, wo wir eine der größten Algenfarmen Europas besichtigten. Seit über 20 Jahren werden dort Chlorella-Algen in einem rund 500 Kilometer langen Glasröhrensystem mit eigenem Quellwasser und reichlich Sonnenlicht kultiviert. Wenn die Algen erntereif sind, erscheint das Wasser dunkelgrün. Anschließend werden sie mittels Zentrifugation vom Wasser getrennt, schonend getrocknet und weiterverarbeitet. Verwendung finden die Algen unter anderem in der Medizin, als Superfood und als Nahrungsergänzungsmittel.

Algenfarm Klötze
Ein besonderes Erlebnis war die Führung durch die Gedenkstätte Deutsche Teilung in Marienborn. Unser Guide hatte diesen Grenzübergang selbst erlebt und vermittelte uns mit großem Fachwissen und emotionalen Einblicken die Abläufe der ehemaligen PKW-Einreise, der Zollabfertigung und der Kontrollräume. Von dort aus ging es weiter zum Grenzdenkmal in Hötensleben, wo wir unter sachkundiger Führung ein original erhaltenes Teilstück der DDR-Grenzanlagen besichtigten. Die persönlichen Schilderungen unseres Begleiters aus Hötensleben hinterließen einen tiefen Eindruck. Den Tag beschlossen wir mit einem Picknick am ehemaligen Grenzstreifen an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Picknick am ehemaligen Grenzstreifen in Hötensleben
Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der Hohen Kirche im Lemgow im Wendland, die weithin sichtbar in der freien Landschaft steht. Besonders beeindruckend waren die zweistöckigen Seitenemporen und der Blick auf den Altarraum. Der engagierte Pastor führte uns bis in den Glockenturm und gab zum Abschluss ein kleines Orgelkonzert.

Blick in die zweistöckige Hohe Kirche
In Eicklingen besuchten wir eine Imkerei und Kerzenmanufaktur, in der aus eigenem Bienenwachs Kerzen und Teelichter hergestellt werden. Der Wachsduft erfüllte die Räume. Nach dem Aushärten werden die Kerzen begradigt und die Schnittflächen mit einem Bügeleisen geglättet.

Gießen von Bienenwachskerzen
In einer weiteren Station, dem Erdölmuseum in Wietze, erfuhren wir anhand vieler Exponate mehr über die Geschichte des „Schwarzen Goldes“. Hier durften wir sogar selbst Hand anlegen und verschiedene Gerätschaften ausprobieren.

Erdölmuseum Wietze
Abends genossen wir eine stimmungsvolle Wanderung durch die Ellerndorfer Heide, die wir mit einem Picknick ausklingen ließen.
Ein Besuch der Bio-Geflügelfarm Bremer in Kölau bot interessante Einblicke in die Haltung von Puten, Rassehühnern und sogenannten Zweinutzungshühnern. Besonders auffällig waren die vielen verschiedenfarbigen Eier – von tiefbraun über bläulich-grün bis hin zu weiß.
Ein weiterer Höhepunkt war der Nachmittag in der Korbimkerei in Backebergsmühle. Die französischen Gäste kannten diese traditionelle Form der Bienenhaltung nicht, da es Körbe in Frankreich kaum gibt. Der Anblick der vielen Lüneburger Stülper beeindruckte uns ebenso wie die ausführlichen Erläuterungen zur Arbeitsweise mit den Körben.

Bienenzaun der Korbimkerei Backebergsmühle
Am letzten Tag besuchten wir die Orchideen-Gärtnerei Wichmann in Celle, eine der ältesten und größten in Europa. Der Inhaber führte uns durch die beeindruckenden Gewächshäuser voller unterschiedlichster Orchideenarten. Wegen des schlechten Wetters durften wir sogar mitten in dieser farbenprächtigen Umgebung picknicken – ein unvergessliches Erlebnis.

Anzuchtkästen mit Orchideen
Zum Abschluss waren wir auf dem Bio-Heidekräuter-Hof in Eimke zu Gast. Dort werden Tee- und Gewürzpflanzen angebaut, getrocknet und verarbeitet. Ebenso erhielten wir Einblicke in die Herstellung kaltgepresster Speiseöle wie Leindotter-, Senf-, Hanf- und Färberdistelöl.
Bei unserem Abschiedsabend erhielten wir eine herzliche Einladung nach Frankreich für den Zeitraum vom 19. bis 26. Juli 2026. Diese haben wir mit großer Freude angenommen.
